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11Stat ist eine Plattform für Fußball-Datenanalyse und Wahrscheinlichkeitsmodellierung — Expected Goals (xG), Multi-Engine-Wahrscheinlichkeitsmodelle und historische Kalibrierung, verifiziert an echten Ergebnissen. Es werden keine Wetten angenommen und keine Ergebnis- oder Einkommensgarantie gegeben.
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Quote vs Modellwahrscheinlichkeit

Quote und Modellwahrscheinlichkeit sind nicht dieselbe Zahl: Ein Marktpreis wird über 1/Quote zur "impliziten Wahrscheinlichkeit", trägt aber die Marge des Anbieters (Vig) in sich, während die Modellwahrscheinlichkeit aus unabhängig verarbeiteten Daten entsteht. Gute Analyse liest den Markt als informationstragendes Signal und als Input — nie als Gewissheit. Diese Seite erklärt implizite Wahrscheinlichkeit, Overround, die Gründe für Abweichungen und die Bedeutung von Quotenbewegungen. Sie ist Analytik, keine Wettberatung.

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Implizite Wahrscheinlichkeit: 1 / Quote

Jeder Dezimalpreis enthält eine implizite Wahrscheinlichkeitsaussage: implizite Wahrscheinlichkeit = 1 / Quote. Eine Quote von 2,00 impliziert 50%, 1,50 impliziert 66,7%, 4,00 impliziert 25%. Diese Umrechnung ist der erste Schritt, um Marktpreis und Modellausgabe in dieselbe Sprache zu bringen.

Die rohe Umrechnung ist jedoch unvollständig: Im Marktpreis steckt eine Betriebsmarge, sodass die impliziten Wahrscheinlichkeiten der drei Ausgänge zusammen über 100 liegen. Ein ernsthafter Vergleich entfernt zuerst die Marge; das Grundvokabular steht im Glossar und wird hier Schritt für Schritt entfaltet.

Vig / Overround: die Marge im Preis

Bei einem typischen Spiel summieren sich die impliziten 1X2-Wahrscheinlichkeiten auf etwa 105-108%; der Überschuss über 100 heißt Overround (Marge, Vig). Beispiel: Quoten von 2,10 / 3,40 / 3,60 implizieren 47,6% + 29,4% + 27,8% = 104,8%. Da reale Ergebniswahrscheinlichkeiten sich zu 100 summieren müssen, sind die zusätzlichen 4,8 Punkte die Kostenschicht des Preises.

Die proportionale Rückverteilung der Marge ("No-Vig"-Normalisierung) liefert näherungsweise die echte Wahrscheinlichkeitsmeinung des Marktes. 11Stat verwendet in seinen Vergleichen diese normalisierte Basis — ein Modell an Rohpreisen zu messen ist systematisch irreführend.

Warum die Modellwahrscheinlichkeit vom Markt abweicht

Die beiden Zahlen entstehen in zwei verschiedenen Prozessen. Der Marktpreis ist das Kompositum aus Geldfluss, Nachrichtenlage und Preispolitik. Die Modellwahrscheinlichkeit entsteht, indem Daten — xG, Form, Kader, Liga-Kontext — durch Poisson/Dixon-Coles-basierte Engines laufen, offen dokumentiert auf der Methodik-Seite.

Abweichungen haben drei typische Ursachen: Das Modell verarbeitet Information, die der Markt noch nicht eingepreist hat; der Markt preist Information ein, die das Modell nicht sieht (ein Verletzungsgerücht, eine durchgesickerte Aufstellung); oder einer von beiden irrt schlicht. Abweichung allein ist keine "Gelegenheit" — zuerst zählt die Kalibrierung des Modells: Die Abweichung eines Modells, dessen Zahlen man nicht trauen kann, ist Rauschen, kein Signal.

Was Quotenbewegung aussagt

Preise stehen zwischen Eröffnung und Anpfiff nicht still: Neue Information (Aufstellungen, Verletzungen, Wetter) und Geldfluss aktualisieren sie laufend. Der Eröffnungspreis ist eine erste Schätzung mit relativ wenig Information; der Schlusspreis ist die letzte Schätzung des Marktes, nachdem alles absorbiert wurde — empirisch die genaueste verfügbare Einzelprognose.

Die Richtung der Bewegung ist deshalb ein analytisches Signal: Ein stetig kürzer werdender Preis bedeutet, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit dieses Ausgangs nach oben revidiert. Einer der ehrlichsten Wege, die Langfrist-Qualität eines Modells zu messen, ist die Frage, wo seine Schätzungen relativ zum Schluss standen — das Thema der CLV-Seite.

Die Quote ist Input, kein Versprechen: So nutzt 11Stat sie

11Stat nutzt Marktpreise für drei analytische Zwecke: (1) die No-Vig-Marktwahrscheinlichkeit neben der Modellausgabe anzeigen, (2) Modell-Markt-Abweichungen berichten und per Backtest prüfen, ob sie historisch Bedeutung trugen, und (3) Modellqualität gegen den Schlusspreis (CLV) verfolgen. Die vollständige Ergebnisverteilung hinter dem wahrscheinlichsten Ergebnis folgt demselben Prinzip.

Zu keinem Zeitpunkt wird der Preis als Handlungsanweisung behandelt; er ist eine Referenzlinie, die misst, wie das Modell mit der Außenwelt übereinstimmt. 11Stat gibt keine Wettberatung — es verarbeitet Quoten strikt als Daten.

Verbreitete Irrtümer

"Niedrige Quote = fast sicher." Falsch. Ein Preis von 1,30 entspricht nach Abzug der Marge etwa 73-75% Wahrscheinlichkeit: Dass der Favorit rund ein Spiel von vier Punkte lässt, ist erwartetes Verhalten, kein Systemfehler.

"Der Preis ist gefallen, also steht das Ergebnis fest." Bewegung ist eine Wahrscheinlichkeitsrevision, keine Entscheidung; eine von 60% auf 70% revidierte Wahrscheinlichkeit geht weiterhin drei von zehn Malen anders aus. "Wenn das Modell vom Markt abweicht, hat das Modell recht." Das ist eine Hypothese, prüfbar nur über Kalibrierung und Langzeit-Backtests; ein einzelnes Spiel beweist nichts. Fußball ist ein Sport mit hoher Varianz, und keine Zahl löscht diese Varianz aus.

Häufig gestellte Fragen

Bedeutet eine niedrige Quote, dass der Favorit sicher gewinnt?

Nein. Eine niedrige Quote bedeutet nur, dass der Markt eine hohe Wahrscheinlichkeit ansetzt; selbst ein Preis von 1,30 geht etwa einmal von vier daneben. "Sicher" existiert in einem probabilistischen Sport nicht, und Inhalten mit dieser Sprache sollte man nicht vertrauen.

Ist ein stark gedrückter Favorit eine sichere Wette?

Nein — die sichere Wette gibt es nicht. Ein kürzer werdender Preis heißt, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit nach oben revidiert hat, nicht dass das Ergebnis feststeht: Selbst ein 70%-Ereignis scheitert drei von zehn Malen. Gewissheits-Sprache ist ein Marketinginstrument, keine statistische Aussage.

Wenn Modell und Markt sich widersprechen — wem glauben?

Beide sind Hypothesen. Der gesunde Ansatz schaut auf den Prozess, nicht auf ein Spiel: Hält der Kalibrierungsbericht des Modells stand und standen seine Abweichungen langfristig gut gegen den Schlusspreis, verdient es Gewicht; andernfalls ist die Abweichung Rauschen. 11Stat veröffentlicht beide Prüfungen offen.

Warum gibt es den Overround (Vig)?

Er ist die Betriebsmarge der preissetzenden Seite: Er drückt die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten über 100 und legt eine Kostenschicht auf den Preis. Auf der Analyseseite sollte kein Modell-Markt-Vergleich stattfinden, bevor diese Marge per No-Vig-Normalisierung entfernt wurde.

Gibt 11Stat Quoten-Tipps?

Nein. 11Stat liefert keine Tipps, Scheine oder Wettberatung. Quoten gehen ausschließlich als Daten ins System: Die No-Vig-Marktwahrscheinlichkeit wird neben der Modellausgabe angezeigt, und die Modellqualität wird gegen den Schlusspreis (CLV) berichtet. Entscheidung und Verantwortung bleiben immer beim Leser.

Warum gilt die Schlussquote als genauer als die Eröffnungsquote?

Weil bis zum Schluss Aufstellungen, Verletzungen und der gesamte Informationsfluss eingepreist sind, während die Eröffnung eine erste Schätzung mit begrenzter Information ist. Empirisch ist der Schlusspreis der stärkste bekannte Einzelprädiktor für Spielwahrscheinlichkeiten — trotzdem keine Gewissheit, nur die am wenigsten falsche Prognose.

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